So bereitest Du Dich nach dem Winter auf Deine neue Radsaison vor…
30. March 2026
Der Frühling ist die ideale Zeit, um wieder in den Sattel zu steigen. Erfahre, wie Du Dein Fahrrad nach dem Winter vorbereitest, Dein Vertrauen beim Fahren zurückgewinnst und Deine Kondition für die neue Radsaison schrittweise aufbaust.
Wärmere Tage locken zu den ersten Ausfahrten, und viele Radfahrerinnen und Radfahrer beginnen darüber nachzudenken, wie sie sich bestmöglich auf die neue Radsaison vorbereiten können. Unabhängig davon, ob Du im Winter gefahren bist, andere Sportarten betrieben oder Dir eine Pause gegönnt hast, sollte die Rückkehr aufs Rad schrittweise und durchdacht erfolgen. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie Du Dein Fahrrad nach dem Winter vorbereitest, wie Du beim Fahren wieder Sicherheit gewinnst und wie Du vor Saisonbeginn Deine Kondition wieder stärken kannst.
1. Fahrradcheck vor der ersten Ausfahrt
Wenn Du Dich gut auf die Radsaison vorbereiten willst, beginne mit einem Fahrradcheck. Viele unterschätzen diesen Schritt, dabei beeinflusst der technische Zustand des Fahrrads Sicherheit und Fahrkomfort deutlich. Der häufigste Fehler ist, den Druck in den Reifen, der Federgabel und dem Hinterbaudämpfer nicht zu kontrollieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Druck in den Reifen und in den Federelementen nach einigen Wochen Standzeit niedriger ist als bei Deiner letzten Ausfahrt
Kontrolliere als Erstes den Reifendruck. Wenn Du ein Mountain- oder Trailbike fährst, überprüfe auch den Druck in der Federgabel und im Hinterbaudämpfer. Nach einer längeren Pause ist es üblich, dass der Druck sinkt. Dies wird auch durch wechselnden Luftdruck begünstigt bei längeren Standzeiten. Wenn du tubeless fährst, schau Dir auch den Zustand des Dichtmittels an. Nach dem Winter kann es eingetrocknet oder weniger wirksam sein, wodurch seine Fähigkeit, kleine Durchstiche abzudichten, abnimmt.
Extrem wichtig ist die Kontrolle der Bremsanlage. Nach einer längeren Pause können ein paar kräftigere Bremsungen nötig sein, damit sie wieder voll funktionieren. Manchmal brauchen sie vor ein paar Abfahrten längere Bremsphasen, um sich wieder „frei zubremsen“ und so zu funktionieren, wie Du es erwartest. Eine Inspektion beim Kellys-Fachhändler zum Einbremsen oder ein Belagwechsel ist sicher ein guter Ansatz vor dem Saisonstart.
Überprüfe auch die Schaltung. Eine ungenaue Schaltung oder ein springender Antrieb kann selbst eine kurze Ausfahrt verderben und auch zum Sturz führen.
Vergiss die Kette nicht. Ist sie trocken oder verschmutzt, reinige sie und schmiere sie. Die Kette überträgt die gesamte Kraft im Antriebsstrang und daher verdient sie eine erhöhte Aufmerksamkeit.
Bei einem E-Bike ist es sinnvoll, am Vortag auch den Ladezustand des Akkus zu prüfen.
Checklist - Was Du nach dem Winter am Fahrrad prüfen solltest:
- Reifendruck,
- Druck in Gabel und Dämpfer,
- Zustand des Tubeless-Dichtmittels,
- Bremswirkung,
- Schaltpräzision,
- Sauberkeit und Schmierung der Kette,
- Akkustand beim E-Bike.
2. Steig schrittweise wieder in den Sattel
Nach dem Winter ist es normal, dass sowohl der Körper als auch die Fahrtechnik Zeit brauchen. Wenn Du sicher wieder ins Radfahren einsteigen willst, starte nicht sofort mit hoher Intensität oder langen Strecken. In einer idealen Welt holst Du im Frühling das Fahrrad heraus, setzt Dich drauf und alles läuft genauso wie mitten in der Saison. Die Realität ist jedoch oft ganz anders, und es dauert mehrere Tage beziehungsweise mehrere Ausfahrten, bis Körper, Geist und Fahrrad wieder „mitspielen“. Wie man im Volksmund sagt: „Geduld bringt die schönsten Rosen.“
Im Straßenradsport ist es ideal, kürzere Ausfahrten, ein moderates Tempo und ausreichend Zeit zur Regeneration zu wählen. Das Ziel der ersten Fahrten sollte nicht Leistung sein, sondern das erneute Gefühl von Sicherheit und Komfort auf dem Rad. Danach kann man den Trainingsumfang Woche für Woche an die eigene Fitness anpassen und auch ein paar Kilometer mehr riskieren.
Im Gelände ist es sinnvoll, anfangs einfachere Strecken zu wählen. Nasse Wurzeln, Schlamm, Steine, steile Abfahrten oder technisch anspruchsvolle Passagen können nach der Winterpause das Selbstvertrauen unnötig senken. Besser geeignet sind breitere Waldtrails, einfache Singletrails oder Flowtrails ohne große Hindernisse.
Gibt es in deiner Nähe einen Pumptrack? Das kann ein hervorragender Ort für die ersten Einrollrunden sein. Er hilft, das Gefühl fürs Rad zurückzugewinnen, das Gleichgewicht besser wahrzunehmen und Fahrgewohnheiten nach und nach wieder aufzubauen und Reflexe zu aktivieren.
3. Kondition vor der Saison ist genauso wichtig wie Technik
Die Vorbereitung auf die Radsaison dreht sich nicht nur ums Fahrrad. Eine große Rolle spielt auch die körperliche Kondition. In welcher Form Du im Frühling bist, hängt davon ab, wie Dein Winter ausgesehen hat. Manche fahren das ganze Jahr, andere treiben im Winter andere Sportarten und manche legen eine längere Pause vom Sport ein. Wenn du nach dem Winter mit geringerer Kondition startest, helfen kürzere und regelmäßige Ausfahrten bei moderaten Pulswerten. So gewöhnt sich Dein Körper schrittweise an die Belastung und das Risiko von Überlastung oder Verletzungen sinkt. Ein schrittweiser Formaufbau funktioniert deutlich besser als ein zu intensiver Saisonstart.
Neben dem Radfahren ist es sinnvoll, auch ergänzende Übungen einzubauen. Das Kräftigen der Beine, der Körpermitte und das Verbessern der Mobilität helfen bei Stabilität, Fahrtechnik und allgemeinem Komfort. Wichtig sind auch Dehnen und die Regeneration. Deinen Körper ausreichend erholen zu lassen, ist dabei auch ein wichtiges Trainingsmittel.
Gute Kondition verbessert die Leistung, erhöht die Sicherheit auf dem Rad und hilft, längere oder anspruchsvollere Strecken zu bewältigen. Bei E-Bikes beeinflusst die körperliche Fitness außerdem die effizientere Nutzung des Akkus und damit die gesamte Reichweite.
4. Sicherheit und Komfort nicht unterschätzen
Der Saisonbeginn ist auch ein guter Moment, um die Ausrüstung zu prüfen. Schau Dir den Zustand von Helm, Handschuhen, Brille oder Kleidung für wechselhafte Frühlingsbedingungen an. Das Wetter ist im Frühling oft unbeständig, daher lohnt es sich, an das Zwiebelsystem und den Schutz vor Wind oder Kälte zu denken. Genauso wichtig sind ausreichendes Trinken und eine grundlegende Verpflegung während der Fahrt. Selbst eine kürzere Ausfahrt ist für den Körper nach dem Winter oft anstrengender, als es auf den ersten Blick scheint.
Die Vorbereitung auf die Radsaison lohnt sich
Wenn Du nach dem Winter sicher und mit guter Laune wieder aufs Rad steigen willst, ist die Kombination aus drei Dingen wichtig: ein überprüftes Fahrrad, ein schrittweiser Wiedereinstieg und der Aufbau der Kondition. Genau diese Schritte helfen Dir, die neue Radsaison voll zu genießen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du auf der Straße, im Wald oder mit dem E-Bike fährst.
Es macht einen großen Unterschied, ob Du im Frühling praktisch bei null startest oder einen „erhaltenden“ bzw. „aufbauenden“ Winter hinter Dir hast, beziehungsweise einen vorbereitenden, ambitionierten Trainingszyklus für die kommende Saison absolviert hast. Ein erstes Einrollen mit häufigeren und kürzeren Ausfahrten kann dem Körper deutlich helfen, wieder durchzuatmen und sich an die spezifische Belastung anzupassen. In Kombination mit durchdachtem Krafttraining für Beine, Bauchmuskeln und die sogenannte Körpermitte sowie mit richtigem Dehnen schaffst Du dem Körper eine Grundlage, auf der Ihr später aufbauen könnt.
Wichtig ist, vernünftig zu starten, auf den eigenen Körper zu hören und sich Zeit für die Rückkehr zur persönlichen Bestform zu geben. Die neue Saison liegt vor Dir - nutze sie voll aus. Wir sehen uns auf dem Rad!